Steine aus der Römerzeit
Grabungsarbeiten im ersten Bezirk bringen oft Steine aus der Römerzeit ans Tageslicht. © Wiener Netze/Aaron de Wilde
Auf den Spuren der alten Römer begeben sich Wiener Netze-Mitarbeiter*innen wenn sie im ersten Bezirk etwas tiefer graben: Der Fernkälteausbau befördert alte römische Steine an die Oberfläche.

Die römische Geschichte der Stadt Wien ist bereits recht gut erforscht. Vieles ist den Stadtarchäolog*innen über jene Römerstadt bekannt, die hier vor etwa 2.000 Jahren stand. Aber es kommen laufend neue und spannende Details hinzu – nicht zuletzt aufgrund der engen Zusammenarbeit zwischen den Wiener Netzen und den Forscher*innen der Stadtarchäologie. 

Kristina Adler-Wölfl mit Fundstück aus der Römerzeit
"Wenn die Wiener Netze ihre Projekte in der Wiener Innenstadt planen, werden wir informiert", erklärt Kristina Adler-Wölfl, Leiterin der Stadtarchäologie. © Wiener Netze/Aaron de Wilde

Mit ihren unterirdisch verlegten Leitungen versorgen die Wiener Netze die Wiener Bevölkerung mit Energie: Strom, Gas, Fernwärme und Fernkälte gelangen über weit verzweigte Leitungsnetze zu rund 2 Millionen Kund*innen. In Zeiten der Klimaerwärmung gewinnt die Fernkälte in der Stadt zunehmend an Bedeutung. Im ersten Wiener Gemeindebezirk bauen Wien Energie und die Wiener Netze daher seit einigen Jahren ihr Fernkältenetz laufend aus. 33 Kilometer Fernkälteleitungen finden sich bereits unter der Erde Wiens. 

2 Frauen mit Helm von hinten vor einem Bagger
Sobald archäologisches Material gefunden wird, werden die Bagger gestoppt und die Mitarbeiter*innen der Stadtarchäologen übernehmen. © Wiener Netze/Aaron de Wilde

Wiener Netze auf den Spuren der alten Römer

Bei Bauarbeiten in der Wiener Innenstadt werden dabei immer wieder auch Überreste des römischen Legionslagers Vindobona freigelegt. „Wenn wir in der Inneren Stadt Künetten für neue Fernkälteleitungen graben, finden wir recht häufig auch archäologisch wertvolle Hinweise auf Bauwerke der alten Römer”, berichtet Christian Aigner, Netztechniker bei den Wiener Netzen: „Die Funde liefern wichtige Erkenntnisse über die Geschichte unserer Stadt. Entsprechend vorsichtig gehen wir bei unseren Bauarbeiten auch vor.“ Wichtiger Partner bei den Grabungsarbeiten in der Innenstadt ist das Team der Stadtarchäologie rund um dessen Leiterin Kristina Adler-Wölfl. „Unsere Chance auf neue archäologische Funde sind Umbauten auf Straßen, also wirklich große und tiefe Grabungen,“ sagt Adler-Wölfl, und weiter: „Wenn die Wiener Netze ihre Projekte in der Wiener Innenstadt planen, werden wir bereits in frühen Projektphasen eingebunden. Das hilft uns sehr und das ist auch beim aktuellen Fernkälteausbau in der Inneren Stadt so passiert.“

Bei den im Sommer 2026 laufenden Bauarbeiten konnte so auch bereits ein wertvoller archäologischer Schatz gehoben werden. Es handelt sich dabei um eine Säulenbasis, die Teil eines römischen Säulengangs entlang der sogenannten „Via principalis“ gewesen sein soll. „Das war die Hauptstraße von Vindobona“, erklärt Adler-Wölfl. 

Einen echten archäologischen Glücksfund legten 2021 Grabungen für eine Fernkälteleitung am Bauernmarkt frei. Hier stießen die Wiener Netze auf ein vollständig erhaltenes Gefängnisfenster aus der Römerzeit. © Wiener Netze/Aaron de Wilde

Ein archäologischer Glückfall: ein Gefängnisfenster

Einen echten archäologischen Glücksfund legten 2021 Grabungen für eine Fernkälteleitung am Bauernmarkt frei. Hier stießen die Wiener Netze auf ein vollständig erhaltenes Gefängnisfenster aus der Römerzeit. Das Fenster lag direkt auf der ursprünglich geplanten Leitungsführung. Um es zu erhalten, wurde der Leitungszug letztlich um die Fundstelle herumgeführt.  

Alle geborgenen Funde werden archäologisch ausgewertet und von der Stadtarchäologie für die Nachwelt erhalten. Teile davon sind im Römermuseum am Hohen Markt für alle Interessierten zu bewundern.  

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