Christian Call und Jacky Becker-Lohberger sitzen an einem Tisch und sprechen in Mikros hinein.

Energiewende: Wie schaffbar ist sie wirklich?! #3

Energiewende In dieser Folge geht’s um Photovoltaik, Windkraft und wie wir die Energiewende schaffen.

Was oft kinderleicht klingt, ist in Wahrheit ein komplexes Zusammenspiel aus tausenden dezentralen Anlagen, Wetterprognosen und einem Netz, das plötzlich keine Einbahn mehr ist.

Unternehmenssprecher Christian Call erklärt, warum erneuerbare Energien das System komplett verändern, wieso plötzlich „Gegenverkehr“ im Netz entsteht – und was es braucht, damit trotzdem jederzeit Strom aus der Steckdose kommt.

Du erfährst außerdem, wie du selbst Teil der Energiewende wirst – vom eigenen Dach bis zum Balkonkraftwerk oder der Energiegemeinschaft.

Jetzt reinhören und verstehen, was wirklich hinter sauberem Strom steckt.

Die nächste Folge erscheint in 2 Wochen.

Hier findest du spannende Facts zu geplanten Ausbau der Netze: 2040 – Wiener Netze

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00:00 [Intromusik] Netzimpuls, der Wiener Netze-Podcast. Unsere Impulse für ein sicheres und smartes Wien.
00:11 [Hintergrundmusik] Wer in den Sternenhimmel schaut, der schaut eigentlich Millionen von Jahren in die Vergangenheit. Denn so lange braucht das Licht der Sterne, bis es zu uns kommt. Wer bei den Wiener Netzen arbeitet, der schaut eigentlich fast immer in die Zukunft. Denn als verantwortungsvolles Versorgerunternehmen müssen jetzt schon die Weichen für die Bedürfnisse von morgen gestellt werden.
00:41 Netztalk. Das Gespräch mit Menschen, die Wiens Infrastruktur gestalten.
00:46 Vivian Resch, du bist zwar keine Wahrsagerin, aber du schaust eigentlich recht oft in die Zukunft oder beschäftigst dich zumindest damit, denn du bist verantwortlich für das Thema Nachhaltigkeit bei den Wiener Netzen.
00:59 Das stimmt. Ich kann leider definitiv nicht hellsehen, aber wir beschäftigen uns sehr viel mit der Zukunft. Einfach aus dem Grund, dass wir bei den Wiener Netzen die Infrastruktur ausbauen für heute, aber auch für die nächsten Jahrzehnte, um Wien klimaneutral und klimafit zu machen.
01:18 Was machen wir genau? Wir bauen die Stromnetze aus, wir bauen die Fernwärmenetze aus, um einfach wirklich diese Klimawende, die Mobilitätswende zu schaffen. Wir investieren da in leistungsstarke Leitungen, in intelligente Netztechnik, in moderne Anlagen, um wirklich diese erneuerbaren Energien in dieses ganze Energiesystem dann schlussendlich auch reinzubekommen.
01:40 Also ganz viel strategische Arbeit, die ihr da leistet. Aber es ist nicht nur das, sondern ihr habt euch auch auf die Fahnen geschrieben: Wir kehren vor der eigenen Haustür. Also ihr habt auch ganz konkrete Klimaschutzmaßnahmen in eure Arbeitsabläufe integriert. Welche sind das zum Beispiel?
01:57 Genau. Grundsätzlich bauen wir für die Gesellschaft aus, damit wir die gesamte Energiewende schaffen. Nichtsdestotrotz muss man sich auch mit sich selber beschäftigen und wir stoßen einfach auch Emissionen aus. Deswegen schauen wir auch da ganz klar, welche Maßnahmen wir sinnvoll setzen.
02:17 Derzeit stellen wir unseren Fuhrpark Schritt für Schritt um, elektrifizieren ihn. Wir setzen Wasserstoff für unseren eigenen Energieverbrauch ein. Wir probieren uns da aber auch aus mit CO₂-armen Baustellen und Wasserstoffbaggern, um einfach mal etwas auszuprobieren und zu schauen: Wie funktioniert das auch bei uns im Alltag? Wie können wir diese neuen Techniken gerade auch nutzen?
02:45 Was wir auch machen: Wir installieren auf jegliche Dächer PV-Module. Mittlerweile sind es viertausendvierhundert und können jetzt mittlerweile auch gute dreizehn Prozent unseres Eigenbedarfs decken.
03:02 Ihr habt auch viele Baustellen und müsst oft ins Erdreich graben. Da habt ihr euch überlegt, das nicht einfach irgendwie zu machen, sondern clever.
03:19 Genau. Klimaschutz ist ein Teil der Nachhaltigkeit, aber Nachhaltigkeit ist nicht nur Klimaschutz. Wir haben ungefähr dreitausendfünfhundert Baustellen jährlich und da kommt es wirklich darauf an, wie man diese plant und wie wir mit allen Beteiligten kommunizieren. Mit der Stadt Wien, den Behörden, den Magistraten und auch mit Unternehmen, die ebenfalls im Boden arbeiten. So müssen wir Straßen und Gehwege weniger oft aufreißen.
04:04 Das spart einerseits Zeit, aber auch Ressourcen, weil wir einen Eingriff in die Umwelt und ins Erdreich vornehmen. Das möchten wir natürlich so gut wie möglich minimieren. Dazu kommen nachhaltige Verlegetechniken, die wir teilweise nutzen.
04:22 Wir haben außerdem ein eigenes Wertstoffsammelzentrum, wo wir Abfälle annehmen, aufbereiten, recyceln und sortieren. So können wir die einzelnen Wertstoffe beziehungsweise die Potenziale, die in diesem Abfall stecken, weiter nutzen.
04:43 Ist eigentlich auch clever, weil es wahrscheinlich auch Geld spart. Definitiv, ja.
04:48 [Soundeffekt] Netzfacts. Überraschende Fakten und spannendes Wissen über die Netze deiner Stadt. Auch wenn die Zukunft im Blick ist, die Gegenwart ist natürlich auch wichtig. Wusstest du, dass das Netz der Wiener Netze zu den sichersten und besten der Welt zählt? Die Stromversorgung ist im Schnitt nur achtzehn Minuten pro Jahr unterbrochen. Ein echter Spitzenwert.
05:09 Jetzt hast du gesagt, Nachhaltigkeit ist einerseits Klimaschutz, andererseits auch ein ökologischer Gedanke. Aber es gibt eben auch noch eine dritte Komponente, nämlich die soziale Nachhaltigkeit. Was kann ich mir denn darunter vorstellen?
05:26 Grundsätzlich ist Nachhaltigkeit kein rein ökologisches Thema. Es besteht aus drei Dimensionen: der ökologischen, der wirtschaftlichen und der sozialen Dimension. Gerade die soziale Dimension ist für einen Arbeitgeber sehr wichtig. Wir sind ein großes Unternehmen mit vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und wir sind sehr divers.
05:51 Da versuchen wir als Wiener Netze wirklich eine Unternehmenskultur zu schaffen, in der Werte wie Respekt, Vielfalt, Sicherheit und Miteinander gelebt werden. Ein großes Thema ist auch die Aus- und Weiterbildung. Wir haben ein konzernweites Schulungsprogramm, ein großes Lehrlingsangebot und fördern Frauen in der Technik.
06:24 Ein Side Fact ist, dass von unseren zweitausendfünfhundert Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern letztes Jahr elftausend Schulungen besucht wurden. Es ist uns sehr wichtig, dass Mitarbeiter sich weiterentwickeln können. Auch das Thema Gesundheit spielt eine große Rolle. Wir haben eigene Betriebsärzte mit einer eigenen Sanität, Präventionstage und Vorsorgeuntersuchungen. Wir möchten wirklich, dass sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wohlfühlen und weiterentwickeln können.
07:04 Aber nicht nur euren Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen fühlt ihr euch verantwortlich, sondern auch den Kundinnen und Kunden.
07:13 Genau, absolut. Die Kundinnen und Kunden können sich uns nicht aussuchen. Sie müssen uns vertrauen, dass sie tagtäglich ihre Energie erhalten. Da müssen wir zuverlässig und kompetent arbeiten, gleichzeitig transparent kommunizieren und einen fairen, respektvollen Umgang pflegen.
07:38 Wir haben außerdem eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung. Deshalb versuchen wir soziale und kulturelle Projekte zu fördern. Wir haben auch immer unser Familienfest im Technischen Museum. Wir versuchen wirklich, Verantwortung für das gesellschaftliche Umfeld zu übernehmen.
08:01 Ganz viel heute an morgen denken. Das habt ihr euch bei den Wiener Netzen auf die Fahnen geschrieben. Aber in den Sternenhimmel schaust du trotzdem noch manchmal gerne, oder?
08:15 Absolut. Ich schaue wirklich gerne nach oben und finde das unglaublich beruhigend. Ab und zu hat man ja doch mal Glück, eine Sternschnuppe zu sehen. Das Schöne ist, dass man in Wien tatsächlich die Sterne sehr gut sehen kann, weil die Straßenlaternen umgestellt werden und die Lichtverschmutzung dadurch reduziert wird. Das Licht wird gezielt nach unten gelenkt und nicht nach oben.
08:42 Diesen Fakt, dass Nachhaltigkeit, Technik und Lebensqualität Hand in Hand gehen, finde ich sehr schön.
08:51 [Titelmusik] Das war Netzimpuls, der Wiener Netze Podcast. Abonniere uns für viele weitere Stories, die Wien bewegen.

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